News Generationswechsel
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Generationswechsel bei der Ihlemann AG

Das Braunschweiger Elektronikunternehmen Ihlemann ist seit über 40 Jahren im Familienbesitz. Zum Jahreswechsel hat mit Martin Ihlemann die nächste Generation die Führung des Unternehmens übernommen. Das Hightech-Unternehmen beschäftigt 210 Mitarbeiter und will in den kommenden Jahren weiter expandieren.

Nach dem Firmengründer Joachim Ihlemann steht mit Martin Ihlemann jetzt die nächste Generation an der Spitze des Unternehmens. Der neue Vorstandsvorsitzende leitet bereits seit 2009 als Vorstand die Bereiche Finanzen, Controlling und Personal des Unternehmens. Auch die Brüder Michael (Prokurist) und Oliver (Logistik) sind seit vielen Jahren im Unternehmen tätig.

  • Wettbewerbsfähig
  • Neu erfunden
  • Elektronikunternehmen aus Braunschweig
Die nächste Generation der Familie Ihlemann führt das Unternehmen: Martin (Vorstandsvorsitz, rechts im Bild), Michael (Prokurist, Bildmitte) und Oliver (Logistik, oben) mit Bernd Richter (Vorstand, links im Bild).
Die nächste Generation der Familie Ihlemann führt das Unternehmen: Martin (Vorstandsvorsitz, rechts im Bild), Michael (Prokurist, Bildmitte) und Oliver (Logistik, oben) mit Bernd Richter (Vorstand, links im Bild).

Die Ihlemann AG hat sich als Dienstleister auf die Fertigung elektronischer Baugruppen und Geräte spezialisiert. Ein weltweit stark umkämpfter Markt mit harten Bandagen, der von asiatischen Großunternehmen wie Foxconn mit 1,2 Millionen Mitarbeitern dominiert wird. „Wer hier bestehen will, muss technologisch führend sein und regelmäßig in die neueste Technik investieren. Das reicht aber nicht aus. Wir sind nur wettbewerbsfähig, wenn wir außerdem flexibler und leistungsfähiger sind als andere Anbieter“, so Martin Ihlemann.

Mit Investitionen von 5,8 Mio. in den letzten fünf Jahren und nochmals 1,2 Mio. Euro (2016) in moderne Fertigungs- und Prüfanlagen sieht sich das Unternehmen gut aufgestellt. „Wir sind in der Elektronikfertigung eines der führenden Unternehmen in Deutschland, weil wir uns auf Elektronikprodukte mit besonders hohen Ansprüchen an die Qualität konzentrieren. Wir produzieren hier flexibler und effektiver, als die großen Wettbewerber aus Asien. Außerdem sind wir näher an unseren Kunden in Europa und können dadurch viel schneller reagieren“, erläutert Bernd Richter, der Vorstandskollege von Martin Ihlemann, verantwortlich für die Bereiche Einkauf, Produktion, Marketing, Vertrieb und Organisation.

Ihlemann AG, Unternehmensführung, moderne Elektronik-Fertigung
Mit der Lean-Philosophie und Investitionen von 1,2 Mio. Euro will das Familien-Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität auch langfristig sichern.

Wir haben uns neu erfunden

Die Investitionen in moderne Produktionsanlagen sind für den Vorstand allerdings nicht der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Aus ihrer Sicht geht es angesichts immer schnellerer Produktveränderungen und zyklischer Wirtschaftsentwicklungen vor allem darum, flexibler und beweglicher zu sein. „Die unsichere Zukunft ist zur Normalität geworden. Deshalb haben wir den wirtschaftlichen Umbruch der Jahre um 2009 dafür genutzt, uns faktisch neu zu erfinden und unsere Produktionsweise komplett zu ändern“, berichten die Vorstände. Das Unternehmen setzt seitdem auf Lean-Management-Prinzipien mit der Fertigung und dem gesamten Unternehmen als lernende Organisation. Dabei werden alle notwendigen Veränderungen unmittelbar von den Mitarbeitern angestoßen. Es gehe darum, wie sie die einzelnen Prozesse jeden Tag so verbessern, dass das Unternehmen mit den schnelllebigen und unsicheren Verhältnissen produktiv umgehen könne. Grundlagen ist die Neuorganisation der Fertigung mit täglichen und oftmals stündlichen Verbesserungsroutinen.

Als Familienunternehmen strebt Ihlemann nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung an, sondern legt stärkeren Wert auf die Solidität und langfristige Orientierung. Die Ihlemann AG gehört seit langem zu den 20 größten EMS-Dienstleistern (Electronic Manufacturing Services) in Deutschland. Kunden sind vor allem mittelständische Unternehmen aus der Industrie, die auf eine eigene Produktion ganz oder teilweise verzichten. 

Ihlemann, ein Elektronikunternehmen aus Braunschweig

Die 1973 gegründete „Joachim Ihlemann Elektronische Geräte“ beschäftigte sich zunächst mit der Entwicklung von Soft- und Hardware und allgemeiner Elektronik. Bereits 1978 begann der Aufbau einer eigenen Fertigung für elektronische Baugruppen und Geräte. Nach einem langsamen Aufbau von 24 Beschäftigten (1983), auf 46 (1993) wuchs das Unternehmen dann sehr schnell auf 127 Personen (1996). Es folgte die Umwandlung in die Ihlemann AG (2000) mit 198 Mitarbeitern. Heute beschäftigt der Elektronikfertiger 220 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von 35 Mio. Euro. Außerdem werden regelmäßig 12 Mitarbeiter zu Elektronikern, Fachlageristen und Industrie-/Bürokaufleuten ausgebildet.