Qualitätsmanagement
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Fachthemenservice

Qualitätsmanagement: Fehler vermeiden, anstatt sie zu korrigieren

Das Qualitätsmanagement der Ihlemann AG berichtet, dass bei einem Kunden mit 100.000 produzierten Baugruppen pro Monat durchschnittlich nur 2 Fehler auftreten (Fehlerquote 20 ppm). Das ist vor allem durch drei Elemente erreichbar: Eine enge Abstimmung vom Design bis zur Fertigung (Stichwort „DfX-Design for Excellence“), eine optimierte Prozesskette mit moderner Fertigungstechnik und eine sehr hohe Testabdeckung.

Eine kontinuierlich geringe Fehlerquote ist allerdings kein Selbstläufer. Immer kleinere Bauteile, immer kompaktere Baugruppen, kürzere Time-to-Market-Zeiten und schließlich häufigere Bauteilinnovationen und Bauteilabkündigungen erfordern ein effektives, prozessbegleitendes Qualitätsmanagement. 

Qualitätsmanagement, Risikomanagement, EMS-Dienstleistungen
Die Fehlererkennung und -vermeidung ist durch die Anwendung von Risikomanagement-Prinzipien in der Prozesskette immer weiter nach vorne gerückt.

Kritische Anforderungen an das Qualitätsmanagement

Erhöhte Rückläuferquoten oder wiederholt ausfallende Baugruppen im Feld sind heute kein Thema mehr. Verbesserte Technologien und eine effektivere Prozessorganisation haben dafür gesorgt, dass systematische Fehler vermieden werden.

Die Fehlererkennung und -vermeidung ist in der Prozesskette immer weiter nach vorne gerückt, sodass nach der SMD-Bestückung nur noch selten Fehler gefunden werden. Heute sorgen präventive Maßnahmen und Werkzeuge wie das FMEA-Risikomanagement (Failure Mode and Effects Analysis) dafür, dass für jeden einzelnen Prozess, jedes System und für jedes Produkt untersucht und bewertet wird, wo Fehler auftreten können, welche Bedeutung sie für den Kunden haben, mit welcher Auftretenswahrscheinlichkeit zu rechnen und wie groß die Entdeckungswahrscheinlichkeit ist. Daraus wird eine Risiko-Prioritätskennzahl ermittelt und in einem systematischen, strukturierten Verfahren angewendet. Risikomanagement wurde bei Ihlemann zunächst in der Medizintechnik und schließlich für alle Prozesse umgesetzt. Dieses präventive Vorgehen kennzeichnet auch die aus dem Automotive-Bereich kommenden Norm ISO/TS 16949, mit weiteren Maßnahmen wie PPAP (Production Part Approval Process) und PPF für die Erstbemusterung und die Produktionsprozess- und Produktfreigabe. Die neue Qualitätsphilosophie hat dabei auch die positiven und negativen Abweichungen von einer Zielvorgabe im Blick. So können neue Chancen besser erkannt und genutzt werden beispielsweise durch die Anwendung innovativer Technologien.

Qualitätsmanagement, PDCA, KATA
Problemlösungs- und Verbesserungsprozesse werden mithilfe des PDCA-Zyklus bzw. durch Verbesserungs-KATA und Coaching-KATA täglich gelebt und umgesetzt.

Plan – Do – Check – Act

Ein TÜV-Auditbericht zu Ihlemann merkt u.a. an: „Die Mitarbeiter zeigen eine überdurchschnittliche Innovationsbereitschaft und Kreativität.“ Das Engagement der Mitarbeiter wird auch von Kunden besonders hervorgehoben. Es ist in der Selbstverständlichkeit begründet, wie Problemlösungs- und Verbesserungsprozesse mithilfe des PDCA-Zyklus bzw. durch Verbesserungs-KATA und Coaching-KATA täglich gelebt und umgesetzt werden. Dabei werden Veränderungen durch die Mitarbeiter selbst initiiert, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen oder das eigene Arbeitsumfeld zu verbessern. Das wirkt sich in Verbindung mit der Fertigungsorganisation nach dem Prinzip One-Piece-Flow (1-Stück-Fluss) unmittelbar auf die Qualitätskennzahlen aus. Dabei werden alle Arbeitsschritte direkt nacheinander und ohne Unterbrechungen durchgeführt. Die Baugruppe wird bestückt, getestet und noch in der Fertigungszelle auf Fehler geprüft und anschließend zur Auslieferung bereitgestellt. Tritt in der Funktionsprüfung ein Fehler auf, sind seit Produktionsbeginn erst wenige Minuten vergangen. Der Fehler kann sofort untersucht und korrigiert werden, ohne dass ein komplettes Los mit Hunderten fehlerhafter Geräte auf Halde produziert wird. Das verkürzt die Durchlaufzeit, vermindert die Fehlerquote und sorgt für termingerechte Lieferungen. 

Qualitätsmanagement, CAQ-System, Qualitätsnormen
Die Ihlemann AG setzt für das Qualitätsmanagement ein CAQ-System ein (Computer-aided Quality Assurance), um alle Qualitätsnormen und -verfahren effektiv umsetzen zu können.

QS-Verfahren und Instrumente

Die Ihlemann AG setzt für das Qualitätsmanagement ein CAQ-System ein (Computer-aided Quality Assurance), um alle Qualitätsnormen und -verfahren effektiv umsetzen zu können. Im System sind Verfahrensabläufe und Prüfpläne hinterlegt und können so nicht übersehen oder vergessen werden.

Das System unterstützt auch die Einhaltung der Medizinprodukte-Norm und garantiert, dass alle Prozesse lückenlos dokumentiert werden und der Kunde beispielsweise zum vereinbarten Termin einen 8D-Report in einem kundenindividuellen Layout erhält. Das CAQ-System gibt laufend eine Übersicht über aufgetretene Fehler oder den Status von Rückläufern. Es ist jederzeit nachvollziehbar, wo sich Waren befinden, welche Maßnahmen erledigt sind und welche noch anstehen. Auch die Wirksamkeit von Maßnahmen wird überprüft und Rückschlüsse für Veränderungen gezogen.

Für ein systematisches Lieferantenmanagement werden Lieferantenbewertungen mit Zahlen Daten und Fakten gepflegt und die Entwicklung der Lieferanten zur Prozessverbesserung mit Maßnahmen und Wirksamkeitsprüfungen unterstützt.